Parameter der Kalkulation

 

1. Beschreibung der Aufgabe

Leistungen, die nicht über die Positionen des Leistunsgverzeichnisses erfasst werden können, müssen über die Gemeinkosten in die Kalkulation eingebunden werden. Diese Gemeinkosten sind die Gemeinkosten der Baustelleneinrichtung (GKB), die allgemeinen Geschäftskosten (AGK) und das Wagnis, das mit dem Gewinn zusammengefasst wird (W&G). Weitere Parameter, die in die Kalkulation eingebunden werden sind der Mittellohn und die Lohnnebenkosten.

 

2. Arbeitsschritte

Welche Parameter muss ich für die Kalkulation wählen ?

2.1. Mittellohn wählen

Der Mittellohn ML2 umfasst die durchschnittlichen Kosten eines Mitarbeiters. Der Mittellohn wird in der Regel jährlich ermittelt und von der Geschäftsleitung festgelegt. Die Lohnnebenkosten umfassen Kosten für Baustellen, die ausserhalb des Einzugbereiches der Unternehmung liegen. Die Lohnnebenkosten werden je Baustelle ermittelt und auf den Mittellohn ML2 aufaddiert und diese Summe wird als ML3 bezeichnet.

2.2. Gemeinkosten der Baustelle berechnen

Die Gemeinkosten der Baustelle (GKB oder BGK) umfassen Betriebsmittel, die für den gesamten Betrieb der Baustelle erforderlich sind, aber nur bedingt für einzelene Leistungen benötigt werden. Die Gemeinkosten der Baustelle werden zunächst wie die Einzelkosten der Teilleistungen einer Postion berechnet und anschließend in das Angebot eingebunden. Die Einbindung kann über drei Verfahren erfolgen:

  1. Im Leistungsverzeichnis ist eine eigene Position für die Baustelleneinrichtung vorhanden. Die ermittelten Gemeinkosten der Baustelle werden in die Position übertragen und als eigener Leistungsbereich ausgewiesen.
  2. Die Gemeinkosten der Baustelle wurden in einer virtuelle Position über die Methode der „Einzelkosten der Teilleistungen“ berechnet und werden über einen Prozentsatz auf alle EKTs der Positionen aufgerechnet.
  3. Die Gemeinkosten der Baustelle wurden in einer virtuelle Position über die Methode der „Einzelkosten der Teilleistungen“ berechnet und werden auf augewählte sichere Positionen verteilt.

 

2.3. Allgemeine Geschäftskosten festlegen

Die allgemeinen Geschäftskosten (AGK) umfassen Kosten der Bauunternehmung, die nicht im direkten Zusammenhang mit den Baustellen stehen. Die Kosten werden im der Betriebswirtschaft oft als Verwaltungskosten bezeichnet. Da diese Verwaltungskosten erwirtschaftet werden müssen, werden diese auf alle Baustelle verteilt. Die Verteilung kann über zwei Methoden erfolgen:

  1. Ein Prozentsatz auf der Basis der Herstellkosten oder der Kostenarten wird jährlich von der Geschäftsleitung festgelegt.
  2. Ein Kostenbetrag pro Baustelle wird ermittelt oder gewählt und über einen zu ermitteltenden Prozent auf die Herstellkosten der Positionen verteilt.

2.4. Wagnis & Gewinn wählen

Das Wagnis ist eine Rücklage der Unternehmung für unvorhersehbare Risiken, die sich aus der allgemeinen Bautätigkeit ergeben können. Die Höhe der Rücklage wird von der Geschäftsleitung festgelegt und sollte für alle Angebote gleich hoch sein. Der Gewinn ist der angestrebte Überschuss, bezogen auf diese Baustelle. Die Verteilung im Angebot erfolgt über zwei Wege:

  1. Ein Prozentsatz auf der Basis der Selbstkosten der Positionen wird jährlich von der Geschäftsleitung festgelegt.
  2. Ein Kostenbetrag pro Baustelle wird ermittelt oder gewählt und über einen zu ermitteltenden Prozent auf die Selbstkosten der Positionen verteilt.

 

3. Regeln und Hinweise

  • Der Mittellohn sollte nur die reinen Lohnkosten der Baustelle enthalten und keine zusätzliche Kostenanteile für AGK oder W&G.