Arbeitssysteme und Zeitarten

 

Für eine systematische Datenerfassung ist es erforderlich, die Zielsetzung der Informationsauswertung, die Art der Datenerfassung und die zu beobachtenden Arbeitsabläufe der Baustelle zu beschreiben. Die im Weiteren beschriebenen Methoden beziehen sich auf die Methodenlehre nach [REFA97].

1. Arbeitssysteme

Mit Hilfe der Systematik der Arbeitssystembeschreibung werden Arbeitsabläufe auf der Baustelle strukturiert und vollständig beschrieben. Ein Arbeitssystem wird mit sieben Systembegriffen beschrieben.

arbeitssystem decke herstellen

„Arbeitssysteme dienen der Erfüllung von Arbeitsaufgaben; hierbei wirken Menschen und Betriebsmittel mit der Eingabe unter Umwelteinflüssen zusammen“ [REFA76] S94

 

2. Ablaufarten

Ablaufarten bezeichnen die Art der Tätigkeit eines Menschen bzw. der Arbeitsunterbrechung und seinen Nutzen im Sinne der Arbeitsaufgabe. Mit Hilfe der Ablaufarten kann die Leistungsbereitschaft des Menschen bewertet werden.

Es gibt die drei Tätigkeitsarten: Haupttätigkeit, Nebentätigkeit und zusätzliche Tätigkeit und vier Unterbrechungsarten: ablaufbedingtes, störungsbedingtes, erholungsbedingtes und persönlich bedingtes Unterbrechen.

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„Ablaufarten sind Bezeichnungen für das Zusammenwirken von Mensch und Betriebsmittel mit der Eingabe innerhalb bestimmter Ablaufabschnitte.“ [REFA97] S20

 

3. Zeitarten

Mit Hilfe der Zeitarten wird der Zeitaufwand für die Ausführung einer Arbeitsaufgabe erfasst. Die Grundstruktur der Zeitarten sind die Grundzeit, die Verteilzeit und die Erholungszeit, die sich aus den Ablaufarten zusammensetzen.

Die Grundzeit tg bezieht sich auf die Mengeneinheit 1 und beschreibt die Dauer einer Tätigkeit, die ein ausgebildeter und gesunder Mensch für die Umsetzung der Arbeitsaufgabe benötigt. Die Grundzeit ist unabhängig von betrieblichen und regionalen Einflüssen.

Die Verteilzeit zv bezieht sich auf die Grundzeit und wird in Prozent angegeben. Die Verteilzeit beschreibt die betrieblichen und regionalen Einflüsse, insbesondere ist sie ein Kennwert für die organisatorische Leistungsfähigkeit der Baustelle. Der Prozentsatz sollte nicht über 10% betragen.

Die Erholungszeit zer bezieht sich auf die Grundzeit und wird in Prozent angegeben. Die Erholungszeit beschreibt die körperliche Belastung einer Tätigkeit auf der Baustelle und ist notwendig für die wichtige kurzfristige Erholung des Körpers des Menschen. Arbeitsmedizinische Untersuchungen im Bauwesen sind nicht bekannt, in der Regel wird ein Prozentsatz von 2 bis 3 % gewählt.

 

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Der Aufwandswert te bezieht sich auf die Mengeneinheit 1 und umfasst die Grund-, Verteil- und Erholungszeit.

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Qualitativ hochwertige Planzeitkataloge zeigen die Aufwandswerte mit ihren drei Bestandteilen an.